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Historischer Warnstreik im Hotel- und Gastronomiegewerbe Hessen

Gastgewerbe
19. Mai 2026

Hotel- und Gastronomiebeschäftigte legen zur IMEX-Messe die Arbeit nieder

Frankfurt, 19. Mai 2026 - Beschäftigte in Hotels, der Messegastronomie und den Flughafenlounges legen heute die Arbeit nieder. Zum Auftakt der IMEX-Messe, der weltweit bedeutendsten Leitmesse für die internationale Meeting-, Event- und Incentive-Branche, ruft die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zu umfangreichen Warnstreiks im Hotel- und Gastronomiegewerbe auf.

Betroffen vom Streik werden neben der Messegastronomie und den Lufthansa-Lounges am Flughafen insbesondere Hotels sein. Neben den Steigenberger Hotels werden auch das Radisson, das Maritim in Bad Homburg, das Frankfurt Marriott Hotel, das Westin Grand, das Crowne Plaza, das Hilton sowie das Dorint in Wiesbaden und einige weitere Hotels von den Streiks betroffen sein. Die Streikenden der verschiedenen Betriebe werden ab 10:00 Uhr an einer an der Messe angemeldeten Kundgebung mit anschließendem Demonstrationszug zum Gewerkschaftshaus teilnehmen.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 7,5 % sowie einen jährlichen Gesundheitszuschuss in Höhe von 300 Euro. Die Arbeitgeber reagierten auf diese Forderung mit einem Angebot über eine Entgelterhöhung von lediglich insgesamt einem Prozent, verteilt auf 30 Monate. Besonders provokant ist hierbei, dass die Arbeitgeber ankündigten, die Entgelte ungelernter Arbeitskräfte gar nicht erhöhen zu wollen. 

Der NGG-Verhandlungsführer Hendrik Hallier erklärt:

„Genug ist genug, die Beschäftigten der Branche haben in den vergangenen Jahren enorme Belastungen ertragen. Sie arbeiten mit viel Leidenschaft, mit vollem Engagement, morgens, abends, nachts, an Wochenenden und Feiertagen und sie tun es gerne. Sie sind das Herz der Gastronomie. Sie halten Hotels, Küchen, Lounges und Veranstaltungen mit ihrem Einsatz überhaupt erst am Laufen. Wir werden dafür kämpfen, dass die Arbeitgeber diesen Einsatz auch finanziell würdigen. Die heutigen Streiks sind erst der Anfang. Wir fordern die Arbeitgeber auf, mit einem respektvollen und fairen Angebot an den Verhandlungstisch zu kommen. Ein Reallohnverlust ist mit uns nicht zu machen. Die Kolleginnen und Kollegen haben Respekt, Wertschätzung und Entlastung verdient.“

Deutliche Kritik richtet die Gewerkschaft NGG an die Arbeitgeberseite:

„Der DEHOGA trägt die volle Verantwortung für die heutigen Streiks und alle weiteren Eskalationen in dieser Tarifrunde. Mit Robert Mangold steht an der Spitze des Verbandes ein Präsident, der sich selbst nicht an die Tarifverträge seines eigenen Verbandes halten muss und hält. Gemeinsam mit Geschäftsführer Gisbert Kern lässt die Arbeitgeberseite die Branche und ihre Mitgliedsunternehmen sehenden Auges in einen schweren Tarifkonflikt laufen“, so Hallier.

Die NGG kündigt an, den Druck in den kommenden Wochen weiter zu erhöhen, sollte es in den Verhandlungen kein deutlich verbessertes Angebot geben. „Die Beschäftigten haben genug von Sonntagsreden und leerer Wertschätzung. Wer ständig von Arbeitskräftemangel spricht, darf den Menschen nicht gleichzeitig Reallohnverluste zumuten. Die Kolleginnen und Kollegen sind das Fundament dieser Branche. Die heutigen Streiks markieren erst den Anfang einer Tarifbewegung, die deutlich machen wird, dass ohne die Beschäftigten in Hotels, Gastronomie und Catering gar nichts läuft“, kündigte Hallier an.

Zum Tarifgebiet des Hotel- und Gastronomiegewerbes Hessen gehören u.a. namhafte Unternehmen wie: Accente Gastronomie Service GmbH (Messe Frankfurt), AGAPLESION CATERING, Motel One, Deutsche Hospitality, H-World International, Steigenberger Hotels, Dorint Hotels, Marriott Hotels, Gate Gourmet Lounge GmbH, Göbels Hotels, Hilton, Maritim Hotels, Mercure, Radisson Hotels, Sheraton, sowie viele weitere Unternehmen.

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