Uwe Hildebrandt: „Präventive und verstärkte Kontrollen in den Betrieben der Fleischindustrie Baden-Württemberg sind dringend erforderlich. Mit der Gesundheit der Beschäftigten darf nicht gespielt werden!“

Stuttgart, 24. Juni 2020 - Uwe Hildebrandt, Landesbezirksvorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Landesbezirk Südwest fordert präventive und verstärkte Corona-Kontrollen in den Schlacht- und Zerlegungsbetrieben in Baden-Württemberg. „Angesichts der Tatsache, dass es nach Müller Fleisch in Birkenfeld bei Pforzheim nun auch bei Tönnies in Nordrhein-Westfalen und bei Wiesenhof in Niedersachsen zu Corona-Ausbrüchen gekommen ist, zeigt, dass präventive und verstärkte Kontrollen und Reihentestungen dringend erforderlich sind.“  

„Nur dort wo getestet wird, kann die Ausbreitung des Virus frühzeitig eingedämmt werden. Denn die Gesundheit der Beschäftigten und der Bevölkerung in den betroffenen Stadt- und Landkreisen muss an erster Stelle stehen.“, so Hildebrandt. Die Gesundheit der Beschäftigten müsse geschützt und die bereits infizierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bestmöglich unterstützt werden. „Die Konzerne müssen endlich gezwungen werden, die Verantwortung für das zu übernehmen, was in ihrem Auftrag und auf ihrem Firmengelände passiert.“  

„Vorbeugende Corona-Tests seien dringend erforderlich, aber natürlich nicht alles.“, so Hildebrandt. „Die Corona-Pandemie hat nur die seit Jahren bekannten katastrophalen Zustände in den Schlacht- und Zerlegungsbetrieben verstärkt offengelegt.“ Wichtig sei daher vor allem, dass die für das kommende Jahr angekündigten schärferen Regeln für die Fleischindustrie umgehend umgesetzt werden.  

„Das Verbot von Werkverträgen im Kernbereich der unternehmerischen Tätigkeit muss schnellstmöglich kommen, um die Ausbeutung von Werkvertragsbeschäftigten zu beenden.“, so Hildebrandt. So soll es den Fleischkonzernen unmöglich gemacht werden, selbst Kernaufgaben wie das Schlachten und Zerlegen von Tieren an billige und teilweise dubiose Fremdfirmen auszulagern. Die Gewerkschaft NGG fordert auch seit Jahren schärfere Kontrollen in den Betrieben aber auch bei den Wohnungen und Sammelunterkünften. Die Missstände in den Massenunterkünften gehören effektiv verfolgt.