„Die Gesundheit der Beschäftigten im Hotel- und Gaststättengewerbe ist wichtiger als die Interessen einzelner Betriebe.“

Stuttgart, 23. August 2019 - ZUMELDUNG ZUM ANTRAG DER CDU-FRAKTION „ANERKENNUNG DER HOTELLERIE UND DES GASTGEWERBES IN RHEINLAND-PFALZ ALS SAISONARBEITSBRANCHE“

Anlässlich der heutigen Landtagsdebatte zum Antrag der CDU-Fraktion, der eine Anerkennung des Hotel- und Gaststättengewerbes als Saisonarbeitsbranche fordert und damit eine Ausdehnung der täglichen Höchstarbeitszeit ermöglichen würde, betont Hakan Ulucay, Landesbezirkssekretär der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten: „Die Gesundheit der Beschäftigten im Hotel- und Gaststättengewerbe ist wichtiger als die Interessen einzelnen Betriebe.“  

Alle vorliegenden Untersuchungen und Umfragen zeigen deutlich auf, wie sehr die Beschäftigten im Hotel- und Gaststättengewerbe durch ihre Arbeitsbedingungen belastet sind. Dies bleibt nicht ohne Folgen: Seelische und körperliche Erschöpfung, Unruhe und Arbeitserkrankungen nehmen unter den Beschäftigten stetig zu, was sich stark auf das Image der Branche auswirkt. „Der Gesundheitsschutz darf nicht der Deregulierung und Flexibilisierung, wie nun auch von der CDU im Landtag gefordert, geopfert werden. Denn zehn Stunden Arbeit pro Tag sind schon zwei Stunden zu viel“, so Hakan Ulucay. 

„Anders als die CDU sehen wir die meisten Hotel- und Gaststättenbetriebe nicht als Saisonbetriebe. Sowohl die Gaststätten als auch die Hotels haben ganzjährig geöffnet. Betriebsferien ändern daran nichts. Auch den Fachkräftemangel gibt es nicht nur im Sommer. Im Gastgewerbe werden das ganze Jahr über neue Beschäftigte gesucht“, erklärt Hakan Ulucay.  

Wer dem Fachkräftemangel ehrlich entgegenwirken will, kann dies nicht mit längeren Arbeitszeiten, sondern nur durch faire Arbeitsbedingungen erreichen. Dazu gehört unter anderem eine beschäftigungsfreundliche Arbeitszeitgestaltung, die den Menschen die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie sowie soziale Teilhabe ermöglichen und faire und angemessene Entgelte, die auf Basis einer Normalarbeitszeit ein auskömmliches Leben ermöglichen. „Beidem steht in Rheinland-Pfalz der DEHOGA selbst im Wege. Im Bereich Entgelte gibt es seit nunmehr 18 Monaten einen tariflosen Zustand und der Manteltarifvertrag wurde von Arbeitgeberseite zum 31. Dezember 2019 gekündigt“, so Hakan Ulucay. „So findet die Branche sicherlich keine neuen Fachkräfte!“