NGG macht starkes Angebot - K&U Arbeitgeber blockieren Tarifverhandlung.

Stuttgart, 19. September 2019 - Auch beim dritten Verhandlungstermin am 16.09.2019 um eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen für die rund 4.000 Beschäftigten der K&U Bäckerei GmbH gab es keine Annäherung zwischen den Tarifparteien.

Die Edeka Tochter und Großbäckerei K&U befindet sich seit längerem in einer wirtschaftlichen instabilen Situation. Das Geschäftsjahr 2019 wird aller Voraussicht nach mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. Bis Ende 2020 erwarten die Arbeitgeber durch die Ausgliederung von 198 Filialen eine weitere Verbesserung der wirtschaftlichen Lage.

Vor diesem Hintergrund, hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) eine Beschäftigtenbefragung durchgeführt und mit der Tarifkommission ein attraktives Modell erarbeitet, um damit der wirtschaftlichen Situation Rechnung zu tragen.

Die NGG-Tarifkommission machte das Angebot für das Jahr 2019 auf die Erhöhung der Löhne und Gehälter zu verzichten und für 2020 mit den Arbeitgebern über die Ursprungsforderung von 6,5 Prozent Erhöhung der Löhne und Gehälter sowie Eingruppierung ungelernter Kollegen und Kolleginnen, die über 6 Jahre im Unternehmen beschäftigt sind, in die Lohngruppe der gelernten Verkäuferinnen zu verhandeln.

„Wir sind uns unserer Rolle als Sozialpartner sehr wohl bewusst und übernehmen mit diesem Angebot direkte Verantwortung für die rund 4.000 Beschäftigten bei K&U.“ so Alexander Münchow, Landesbezirkssekretär der NGG und Verhandlungsführer der Tarifkommission. Dieses Angebot wurde von der Arbeitgeberseite nicht angenommen. Man sei nicht bereit über das bisherige Angebot hinaus zu gehen.

Die NGG-Tarifkommission empfindet die Ablehnung des neuen Angebotes der Gewerkschaft als fahrlässig und wirft der Arbeitgeberseite vor, man wolle die K&U Beschäftigten absichtlich „billig“ halten, damit möglichst viele Einzelhändler K&U-Verkaufsfilialen übernehmen. „Da nach unserem Kenntnisstand niemand von den Einzelhändlern an einen Tarifvertrag gebunden ist, liegt die Vermutung nahe, man wolle die Löhne und Gehälter bei K&U absichtlich niedrig halten, um so die Attraktivität zur Übernahme durch Einzelhändler zu erhöhen“, erklärt Alexander Münchow.

Im Zuge von Betriebsübergängen sind Einzelhändler dazu gezwungen, die arbeitsvertraglichen Bedingungen, also auch die Löhne und Gehälter für einen bestimmten Zeitraum weiter zu zahlen. Die Gewerkschaft NGG erkennt in dem Verhalten der K&U eine hinterhältige Taktik. Nicht die Belange der Beschäftigten stehen bei den Überlegungen des Arbeitgebers im Vordergrund, sondern die Interessen der EDEKA-Genossen/ Einzelhändler. „Vergleicht man den letzten Abschluss im Bäckerhandwerk in Baden-Württemberg mit 2,8 Prozent Lohnerhöhung und den Tarifabschluss der Schwestergewerkschaft ver.di im Einzelhandel mit dem Angebot von K&U von 2,5 Prozent für 24 Monate, kann man nur den Kopf schütteln. „Das Angebot ist nicht verhandlungsfähig und bedeutet eine systematische Abwertung der Berufe bei K&U. Wir werden keine Reallohnverluste für die Beschäftigten zulassen.“ so Münchow weiter.

Die NGG-Tarifkommission wird die Verhandlung weiterführen und besteht auf ein verbessertes Angebot der Arbeitgeberseite. Ein neuer Termin für die dann vierte Verhandlungsrunde wird von den Verhandlungsführern beider Seiten in den nächsten Wochen koordiniert.