Tarifliche Schlichtung im rheinland-pfälzischen Gastgewerbe

Trier, 17. Oktober 2018 - Der Landesbezirksvorstand der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Landesbezirk Südwest hat den Arbeitgeberverband im Hotel- und Gaststättengewerbe in Rheinland-Pfalz, DEHOGA, aufgefordert, in ein Schlichtungsverfahren einzuwilligen, um die festgefahrenen Tarifverhandlungen fortzuführen. Seit mehr als sieben Monaten befindet sich das Gastgewerbe in Rheinland-Pfalz im tariflosen Zustand und die Beschäftigten warten nach einem harten Sommer auf ihr Geld. Der ehemalige Ministerpräsident Kurt Beck soll schlichten.

Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des Hotel- und Gaststättengewerbes in Rheinland-Pfalz endeten im Juli 2018 ohne Ergebnis. Das Angebot des DEHOGA zur Erhöhung der Entgelte lag noch nicht einmal bei einem Prozent pro Jahr und damit deutlich unter der Inflationserwartung. Dazu erklärt Klaus Schu, NGG Verhandlungsleiter, dass es völlig unverständlich sei, dass die Arbeitgeberseite beim dritten Verhandlungstermin am 31. Juli 2018 versucht hat, die Beschäftigten mit einem Magerangebot abzuspeisen. Und dies, obwohl die Branche eine gute wirtschaftliche Entwicklung verzeichne und ohnehin schon unterdurchschnittliche Löhne und Gehälter zahle und sie gleichzeitig über Fachkräftemangel klage.

Über höhere Entgelte will der DEHOGA nur verhandeln, wenn die Gewerkschaft NGG einer Ausweitung der täglichen Arbeitszeit auf 12 Stunden zustimmt, und das an sechs Tagen in der Woche, was eine Höchstarbeitszeit von 72 Stunden in Woche bedeuten würde. Dazu Klaus Schu: „ Die gesetzliche 10-Stunden-Obergrenze pro Arbeitstag ist dazu da, die Beschäftigten zu schützen. Eine Ausdehnung würde ausschließlich zu Lasten der Gesundheit der Beschäftigten in der Gastronomie gehen. Das Gastgewerbe kann sein Image nur mit attraktiven Arbeitsbedingungen, fairen Löhnen, einer hohen Ausbildungsqualität und einer Wertschätzung der Arbeit der Beschäftigten verbessern. Wir fordern den DEHOGA auf, endlich faire Löhne zu zahlen und nicht ständig zu versuchen, die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten zu verschlechtern“. Die NGG hat den früheren Ministerpräsidenten Kurt Beck gebeten, die Schlichterrolle zu übernehmen.