Wertschätzung sieht anders aus! Die Tarifverhandlung für die obst- und gemüseverarbeitende Industrie wurde ohne Angebot der Arbeitgeberseite ergebnislos auf den 13. Mai 2019 vertagt

Stuttgart, 3. April 2019 - Der erste Verhandlungstermin um eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen für die rund 2.600 Beschäftigten der obst- und gemüseverarbeitenden Industrie in Baden-Württemberg wurde ergebnislos auf Montag, 13. Mai 2019 vertagt. Die Arbeitgeberseite legte am gestrigen Dienstag, 2. April 2019 in Leinfelden-Echterdingen kein Angebot vor. „Wertschätzung sieht anders aus!“, ärgert sich Uwe Hildebrandt, Landesbezirksvorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Landesbezirk Südwest.  

Uwe Hildebrandt, zugleich Verhandlungsführer der NGG-Tarifkommission, kritisiert, dass die Arbeitgeberseite trotz guter Voraussetzungen kein Angebot für eine faire Tarifsteigerung vorgelegt hat. „Die Beschäftigten haben es verdient, angemessen an den wirtschaftlichen Erfolgen ihrer Betriebe beteiligt zu werden. Wir fordern eine Wertschätzung der guten Arbeit der Beschäftigten“, betont Hildebrandt. „Auch angesichts des steigenden Fachkräftebedarfs in der Branche sollte sich die Arbeitgeberseite dringend überlegen, wie ein faires Angebot auszusehen hat.“  

Die NGG-Tarifkommission bleibt bei der Forderung nach einer Erhöhung der Entgelte um 6,4 Prozent mindestens jedoch 180 Euro bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Für die Auszubildenden fordert die Tarifkommission eine Steigerung der Entgelte um ebenfalls 6,4 Prozent sowie eine tarifliche Regelung zur unbefristeten Übernahme der Auszubildenden im erlernten Beruf. 

Die Verhandlungen werden am Montag, 13. Mai 2019 fortgesetzt. 

Betroffen sind u.a. die folgenden Betriebe: ADM Wild in Eppelheim, Agrana Fruits in Konstanz, Dr. August Oetker in Ettlingen, Ernteband in Winnenden, Feldmann in Karlsruhe, Hengstenberg mit den Standorten Bad Friedrichshall und Esslingen, Naturella Getränke (Emig) in Waibstadt, Sunval in Waghäusel und Allos Schwarzwald in Freiburg