DEHOGA-Präsident Haumann kündigt Manteltarifvertrag und öffnet Büchse der Pandora

Stuttgart, 29. Mai 2019 - Seit 16 Monaten warten die Beschäftigten des rheinland-pfälzischen Hotel- und Gastgewerbes auf eine Lohnerhöhung. Bisher zeigte sich der DEHOGA Rheinland-Pfalz verhandlungsunfähig und blockierte jegliche Lohnerhöhungen. Nun wurde der Manteltarifvertrag gekündigt.  

Das statistische Landesamt verkündet ständig steigende Umsätze in Hotel und Gastronomie, die Belegungszahlen in den Hotels erhöhen sich von Jahr zu Jahr deutlich. Im Hotel- und Gaststättengewerbe werden seit Jahren Rekordgewinne erwirtschaftet. Von diesen Erfolgen warten die Beschäftigten seit nun über einem Jahr auf ihren fairen Anteil.  

Der DEHOGA Rheinland-Pfalz hat in den Entgelttarifverhandlungen bis heute kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt, stattdessen forderte er in einem Horror-Katalog weitere Arbeitszeitverlängerungen.  

Im Hinblick auf die aktuelle Situation erklärt Alexander Münchow, Landesbezirkssekretär der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten: „Bisher hat Herr Haumann durch puren Lohngeiz und mit lebensfremden Forderungen nach Arbeitszeitverlängerungen geglänzt. Da wir das bisher immer abgelehnt haben und er damit nicht durchgekommen ist, hat er nun den Manteltarifvertrag zum 31.12.2019 gekündigt. Das ist ein massiver Angriff auf die Beschäftigten im Hotel- und Gastgewerbe und auf den gesamten Tourismusstandort Rheinland-Pfalz.“ Es ist ein Armutszeugnis für die Sozialpartnerschaft in Rheinland-Pfalz. „Als Sozialpartner haben wir ein Commitment und müssen soziale Verantwortung für die Beschäftigten übernehmen. In allen anderen Bundesländern gelingen uns vernünftige Vereinbarungen mit dem DEHOGA, nur der DEHOGA Rheinland-Pfalz mit Herrn Haumann an der Spitze, ist dazu nicht in der Lage“, so Münchow weiter.  

Bis heute hat der DEHOGA Rheinland-Pfalz die dramatische Lage nicht erkannt. Statt die Jobs im Hotel- und Gastgewerbe deutlich attraktiver zu machen und der arbeitsbedingten Fluktuation entgegenzuwirken, werden die Beschäftigten weiter zum Narren gehalten.  

„Es ist noch nicht absehbar, welche Auswirkungen die Kündigung des Manteltarifvertrags haben wird. Eine Vermischung der Verhandlungen zwischen Mantel und Entgelt, wie von Herrn Haumann gewünscht, wird es mit uns nicht geben. Wir wollen einen Entgelttariftrag mit einem fairen Entlohnungssystem für die Beschäftigten. Da muss Herr Haumann endlich liefern“, stellt Münchow klar.  

Hintergrund:

Forderung NGG-Tarifkommission: Erhöhung der Entgelttarife um 160 Euro für alle und 100 Euro für Auszubildende bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Der Tarifvertrag wurde zum 28. Februar 2018 gekündigt.

Hans-Böckler-Stiftung / Studie zur Arbeitsbelastung im Gastgewerbe: https://www.boeckler.de/pdf/p_fofoe_WP_108_2018.pdf