Gewerkschaft NGG fordert deutliche Aufwertung der Berufe im Hotel- und Gaststättengewerbe

Stuttgart, 20. November 2019 -  Mit der Forderungsaufstellung durch die Tarifkommission der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) bei ihrer Sitzung in Stuttgart ist die Tarifrunde 2020 für die Köchinnen und Köche, Hotelfachleute, Restaurantfachleute und Gastro-Beschäftigten in Baden-Württemberg eingeläutet.  

Die NGG-Tarifkommission fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 6 Prozent in einem Anschlusstarifvertrag mit einer Laufzeit von 12 Monaten. Des Weiteren fordert die Tarifkommission, dass die Ausbildungsvergütungen um 100 Euro steigen und dass die Fahrtkosten zur Berufsschule zu 100 Prozent vom Arbeitgeber übernommen werden.  

Alexander Münchow, Landesbezirkssekretär und NGG-Verhandlungsleiter weist darauf hin, dass das Hotel- und Gaststättengewerbe in Baden-Württemberg seit Jahren boomt. Gleichzeitig wird die Arbeit aber durch den Fachkräftemangel und die damit einhergehende Arbeitsverdichtung für die Beschäftigten immer schwieriger. So hat bspw. eine Beschäftigtenbefragung im Jahr 2018 ergeben, dass für 81 Prozent die Arbeitsbelastung in den letzten Jahren zugenommen hat. 

„Gerade eine Branche, die kaum mehr Auszubildende findet und die einen massiven Fachkräftebedarf aufweist, muss für gerechte Löhne und tariflich abgesicherte Arbeitsbedingungen sorgen“, betont Münchow. „Die Beschäftigten haben daher einen Anspruch auf eine Wertschätzung ihrer guten Arbeit und damit auf ein deutliches Plus im Geldbeutel.“ 

Der Lohn- und Gehaltstarifvertrag wird fristgerecht zum 31. Dezember 2019 gekündigt. 

Hintergrundinfos: Laut Angaben der Bundesagentur für Arbeit (Stand 31.03.2019) arbeiten im baden-württembergischen Gastgewerbe 132.721 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie 150.856 geringfügig Beschäftigte.