Starkes Signal der Beschäftigten für fairen Lohn bei der heutigen Kundgebung in Mainz

Stuttgart, 9. Mai 2018 - Ein starkes Signal für fairen Lohn kam von den rund 100 Beschäftigten des Hotel- und Gaststättengewerbes, die sich am heutigen Mittwoch, 9. Mai 2018 zum HoGa-Protest auf dem Markt (am Marktbrunnen) in Mainz versammelten. „160 mehr sind fair!“ forderten die Hotel- und Gaststättenbeschäftigte, Köchinnen und Köche, Hotelfachleute, Housekeeping- und Restaurantfachleute auf der Kundgebung anlässlich der aktuellen Tarifrunde im Hotel- und Gaststättengewerbe Rheinland-Pfalz.  

Uwe Hildebrandt, Landesbezirksvorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Landesbezirk Südwest unterstrich noch einmal die Forderung nach einem deutlichen Lohn-Plus. Der Branche gehe es gut, die Umsätze steigen, die Belegungszahlen ebenfalls. „Im Hotel- und Gaststättengewerbe werden seit Jahren Rekordgewinne erwirtschaftet, daran haben die Beschäftigten nun endlich einen fairen Anteil verdient.“, begründete Hildebrandt die Forderung nach eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um plus 160 Euro sowie der Ausbildungsvergütung um plus 100 Euro bei einer Laufzeit von 12 Monaten.  

Hildebrandt kritisierte scharf, dass der DEHOGA beim ersten Verhandlungstermin statt eines fairen Angebots kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt hat und stattdessen längere und flexiblere Arbeitszeiten fordert. „Dies ist eine Provokation! Das lassen sich die Beschäftigten im Gastgewerbe Rheinland-Pfalz nicht bieten.“ so Hildebrandt. „Wo bleibt da die Wertschätzung der guten Arbeit der Beschäftigten in den Betrieben?“ 

Hildebrandt betonte weiter: „Die Beschäftigten im Hotel- und Gaststättengewerbe haben einen Anspruch auf faire Entgelte und eine ordentliche Lohnerhöhung. Sie bringen einen hohen Einsatz, abends, an Wochenenden und an Feiertagen. Dieser Einsatz muss endlich angemessen honoriert werden. Den Betrieben geht es gut. Sie sollten ihre Beschäftigten an ihrem wirtschaftlichen Erfolg beteiligen – das ist das beste Mittel gegen Fachkräftemangel.“  

Neben weiteren Reden gab es eine Reihe Solidaritätsbekundungen u.a. von Frau MdL Dr. Tanja Machalet, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion im rheinland-pfälzischen Landtag sowie Betriebsräten, die sich für faire Löhne im Hotel- und Gaststättengewerbe einsetzen. 

Mit bunten Aktionen u.a. der Verteilung von „Speisekarten“ mit dem Menü der Arbeitgeber (Arbeitszeitverlängerung) im Vergleich zum Menü der NGG (faire Löhne) gab es auch viele gute Gespräche mit Passanten, die mit den Beschäftigten ins Gespräch kamen. 

Das Gastgewerbe kann sein Image nur mit attraktiven Arbeitsbedingungen, fairen Löhnen, einer hohen Ausbildungsqualität und einer Wertschätzung der Arbeit der Beschäftigten verbessern. Dafür sind die Hotel- und Gaststättenbeschäftigte, Köchinnen und Köche, Hotelfachleute, Housekeeping- und Restaurantfachleute auf die Straße gegangen. „Wir sagen daher dem DEHOGA: Zahlt endlich angemessene Löhne und versucht nicht ständig die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten zu verschlechtern!“, so Uwe Hildebrandt.

 

Hintergrundinfos: Laut Angaben der Bundesagentur für Arbeit (Stand 30.09.2017) arbeiten im rheinland-pfälzischen Gastgewerbe 46.838 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie 43.466 geringfügig Beschäftigte. Der Lohn- und Gehaltstarifvertrag wurde fristgerecht zum 28. Februar 2018 gekündigt. Die NGG-Tarifkommission fordert einer Erhöhung der Entgelte um 160 Euro sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro bei einer Laufzeit von 12 Monaten. 

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