Starkes Signal der Beschäftigten für fairen Lohn auf der INTERGASTRA 2018

Stuttgart, 5. Februar 2018 - Ein starkes Signal für fairen Lohn kam von den rund 100 Beschäftigten des Hotel- und Gaststättengewerbes, die sich am heutigen Montag, 5. Februar 2018 zum HoGa-Protest auf der Messepiazza in Leinfelden-Echterdingen vor der INTERGASTRA (Messe Stuttgart) versammelten. „140 mehr sind fair!“ skandierten die Köchinnen und Köche, Hotelfachleute, Restaurantfachleute und Gastro-Beschäftigte vor dem Eingang der INTERGASTRA anlässlich der aktuellen Tarifrunde im Hotel- und Gaststättengewerbe Baden-Württemberg.  

Uwe Hildebrandt, NGG-Landesvorsitzender unterstrich noch einmal die Forderung nach einem deutlichen Lohn-Plus. Der Branche gehe es gut, die Umsätze steigen, die Belegungszahlen ebenfalls. „Im Hotel- und Gaststättengewerbe werden seit Jahren Rekordgewinne erwirtschaftet, daran haben die Beschäftigten nun endlichen einen fairen Anteil verdient.“, begründete Hildebrandt die Forderung nach eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um plus 140 Euro sowie der Ausbildungsvergütung um plus 100 Euro bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Hildebrandt kritisiert das letzte Angebot des DEHOGAs von nur 1,7 % auf 18 Monate scharf. „Das sind magere 1,13 % auf 12 Monate gerechnet. Wo bleibt da die Wertschätzung der guten Arbeit der Beschäftigten in den Betrieben?“ 

Auch der DGB-Landesvorsitzende Martin Kunzmann sprach zu den Beschäftigten: „Die Beschäftigten im Hotel- und Gaststättengewerbe haben einen Anspruch auf faire Entgelte und eine ordentliche Lohnerhöhung. Sie bringen einen hohen Einsatz, abends, an Wochenenden und an Feiertagen. Dieser Einsatz muss endlich angemessen honoriert werden. Den Betrieben geht es gut. Sie sollten ihre Beschäftigten an ihrem wirtschaftlichen Erfolg beteiligen – das ist das beste Mittel gegen Fachkräftemangel“, sagte Martin Kunzmann. Er appellierte an die Landesregierung, sich für gute Arbeitsbedingungen im Hotel- und Gaststättengewerbe einzusetzen. „Hierzu gehört der Schutz der Beschäftigten vor Ausbeutung und überlangen, gesetzeswidrigen Arbeitszeiten. Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz müssen konsequent geahndet werden. Anstatt dem DEHOGA Versprechungen zu Lasten der Beschäftigten zu machen, sollte sich die Landespolitik dafür einsetzen, dass in der Branche endlich die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden und der unfaire Wettbewerb beendet wird.“ 

Neben weiteren Reden gab es eine Reihe Solidaritätsbekundungen u.a. von der Betriebsseelsorge, der Linkspartei und der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) der SPD, die sich für faire Löhne im Hotel- und Gaststättengewerbe einsetzen. Mit bunten Aktionen u.a. der Verteilung von „Speisekarten“ mit dem Menü der Arbeitgeber (Arbeitszeitverlängerung) im Vergleich zum Menü der NGG (faire Löhne) gab es auch viele gute Gespräche mit Gästen, die auf dem Weg zur INTERGASTRA mit den Beschäftigten ins Gespräch kamen. 

Das Gastgewerbe kann sein Image nur mit attraktiven Arbeitsbedingungen, fairen Löhnen, einer hohen Ausbildungsqualität und einer Wertschätzung der Arbeit der Beschäftigten verbessern. Dafür sind die Köchinnen und Köche, Hotelfachleute, Restaurantfachleute und Gastro-Beschäftigte auf die Straße gegangen. „Wir sagen daher dem DEHOGA: Zahlt endlich angemessene Löhne und versucht nicht ständig die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten zu verschlechtern!“, so Uwe Hildebrandt. 

 

Hintergrundinfos:

Laut Angaben der Bundesagentur für Arbeit (Stand 31.12.2016) arbeiten im baden-württembergischen Gastgewerbe 127.039 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie 141.776 geringfügig Beschäftigte.

Der Lohn- und Gehaltstarifvertrag wurde fristgerecht zum 30. September 2017 gekündigt. Die NGG-Tarifkommission fordert einer Erhöhung der Löhne und Gehälter um 140 Euro sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

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