Beschäftigte im rheinland-pfälzischen Gastgewerbe verlieren 500 € durch tariflosen Zustand

Stuttgart/Trier, 25. Oktober 2018 - Seit 1. März 2018 herrscht im Hotel- und Gaststättengewerbe in Rheinland-Pfalz ein tarifloser Zustand. Die Gewerkschaft NGG hatte den Entgelttarifvertrag form- und fristgerecht zum 28. Februar 2018 gekündigt. Seither gab es drei Verhandlungen, die zu keinem Ergebnis geführt hatten. Zuletzt habe der Arbeitgeberverband DEHOGA Rheinland-Pfalz eine Anhebung der Tarifentgelte von nicht einmal einem Prozent angeboten, erklärte der Verhandlungsleiter der NGG für das Tarifgebiet, Klaus Schu. „Das bedeutet eine Anhebung der Entgelte bei Fachkräften von nicht einmal 20 € im Monat und das Angebot bleibt zudem deutlich unter der aktuellen Preissteigerungsrate“, so Schu weiter.  

Klaus Schu macht den DEHOGA Rheinland-Pfalz für die lange tariflose Periode verantwortlich: „Alle unsere Nachbartarifgebiete im Gastgewerbe haben ihren Tarifabschluss 2018 längst unter Dach und Fach“, so der Gewerkschafter weiter. Wenn die dort erreichten Tarifsteigerungen zwischen 2,9 und 3,5 % auch in Rheinland-Pfalz seit dem 1. März 2018 vereinbart worden wären, käme eine Fachkraft mit einem Bruttoentgelt von knapp 2.000 € bist jetzt auf ein Tarifplus von rund 500 € in 2018, rechnet Klaus Schu vor. „Dieses Geld fehlt den Kolleginnen und Kollegen in Rheinland-Pfalz jetzt und das ist eindeutig die Schuld des Arbeitgeberverbandes“, fasst Schu die Folgen des tariflosen Zustandes im Gastgewerbe zusammen. 

Um Bewegung in die festgefahrenen Tarifverhandlungen zu bringen, habe die Gewerkschaft NGG dem DEHOGA kürzlich eine tarifliche Schlichtung vorgeschlagen. Der DEHOGA Rheinland-Pfalz habe noch nicht einmal auf das Scheiben der NGG reagiert. Ihr Präsident Haumann habe lediglich über die Presse verlauten lassen, dass er eine Schlichtung nicht für notwendig halte. Für Klaus Schu ist das Verhalten des DEHOGA unverantwortlich: „Das ist keine Wertschätzung für die geleistete Arbeit der Beschäftigten im rheinland-pfälzischen Gastgewerbe. Mit diesem Verhalten ist der Arbeitgeberverband mitverantwortlich für den oft beklagten Fachkräftemangel“, so der NGG-Verhandlungsleiter abschließend.

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