Gewerkschaft NGG will Arbeit im Gastgewerbe aufwerten – DEHOGA will Hotel- und Gastro-Beschäftigte mit Magerangebot abspeisen und fordert noch längere Arbeitszeiten

Bad Kreuznach/Stuttgart, 02.08.2018 - Die dritte Tarifverhandlung für die Beschäftigten des Hotel- und Gastgewerbes in Rheinland-Pfalz endete am Dienstag in Bad Kreuznach ohne Ergebnis. Das Angebot der Arbeitgeber liegt unterhalb der Inflationserwartung und ist völlig inakzeptabel. Stattdessen sollen die Beschäftigten noch länger arbeiten. 

Das statistische Landesamt verkündet ständig steigende Umsätze in Hotel und Gastronomie, die Belegungszahlen in den Hotels erhöhen sich von Jahr zu Jahr deutlich. Im Hotel- und Gaststättengewerbe werden seit Jahren Rekordgewinne erwirtschaftet, daran erwarten die Beschäftigten nun endlichen einen fairen Anteil. 

Im Hinblick auf die aktuelle Tarifrunde erklärt Klaus Schu, NGG-Verhandlungsleiter, dass es völlig unverständlich sei, dass die Arbeitgeberseite beim dritten Verhandlungstermin am 31. Juli 2018 mit einem absoluten Magerangebot versucht hat, die Beschäftigten abzuspeisen. Dies obwohl die Branche ohnehin schon unterdurchschnittliche Löhne und Gehälter zahle und sie gleichzeitig über Fachkräftemangel klage. Eine Provokation!  

„Der DEHOGA hat uns in der laufenden Tarifrunde eine Tarifsteigerung von nur 3 % auf 3 Jahre (+6 Leermonate) geboten. Das sind insgesamt magere 0,85 % für Fachkräfte auf 12 Monate gerechnet.“, kritisiert Schu das „sogenannte“ Arbeitgeberangebot. „Wo bleibt da die Wertschätzung der guten Arbeit der Beschäftigten in den Betrieben?“ Über höhere Löhne will der DEHOGA nur verhandeln, wenn NGG einer täglichen Arbeitszeit von 12 Stunden zustimmt. „Solche lebensfremden Forderungen werden wir nicht hinnehmen!“ 

Die Forderungen nach längeren Arbeitszeiten schaden der Attraktivität des Gastgewerbes. „Insbesondere im Interesse des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten sollte auf eine weitere Ausweitung der Arbeitszeit verzichtet werden.“ betont Schu. „Die aktuelle 10-Stunden-Obergrenze pro Arbeitstag ist dazu da, die Beschäftigten zu schützen. Eine Ausdehnung würde ausschließlich zu Lasten der Beschäftigen gehen.“ 

Das Gastgewerbe kann sein Image nur mit attraktiven Arbeitsbedingungen, fairen Löhnen, einer hohen Ausbildungsqualität und einer Wertschätzung der Arbeit der Beschäftigten verbessern. „Wir fordern den DEHOGA auf: Zahlt endlich angemessene Löhne und versucht nicht ständig die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten zu verschlechtern!“, so Schu.

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